Aussicht auf mehr Sicht | Diverse Stadtrauminterventionen mit abschließender Berichterstattungsshow

 

Bremerhaven ist in seiner Vielstimmigkeit brutal.

Das raue Klima. Die schöne Seefassade.

Die viele Armut. Die Global Players.

Die Hoffnungslosigkeit. Die Geborgenheit. Die Zuversicht.

Der Pragmatismus. Die Menschen.

 

Viele Oberflächen.

A-Seite und B-Seite. Showroom und Backstage.

Doch was steckt dahinter? Welchen unverblümten Blick werfen die Bremerhavener*innen auf ihre Stadt? Und wie sehr lassen sie uns wohl daran teilhaben?

 

Eine Spielzeit lang forschte das interdisziplinäre Künstlerkollektiv gärtnerpflichten als „Crew für Klarsicht“ in Bremerhaven und befragte die Menschen in gemeinsamen 'Aussichtsverschaffungsmaßnahmen' zu ihren Lebensentwürfen und Zukunftsvisionen. Dabei waren weniger allgemeine Lamentos von der prekären Verfasstheit einer Stadt mit hoher Arbeitslosenquote interessant, sondern vielmehr die (Über)Lebensmodelle sowie die subjektiven Welt- und Stadtansichten.

 

Die gesammelten Begegnungen, Gespräche, Ausflüge, Entdeckungen, Stadtraumaktionen, Kritikstimmen und Loblieder wurden im Mai 2016 abschließend zu einer großen, performativen Berichterstattungsshow zusammengetragen, in der neben der „Crew für Klarsicht“ auch zahlreiche Bremerhavener*innen zu Wort kamen und ihre Ansichten, Einsichten und Aussichten schilderten.

 

Konzept & Perfomance: gärtnerpflichten - Oliver Behnecke, Ingke Günther, Esther Steinbrecher, Jörg Wagner, Manuela Weichenrieder

Gastmusiker: Klaus Seifert

Produktion: gärtnerpflichten in Kooperation mit dem Bremerhavener Stadttheater sowie Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bremerhaven

Projektzeitraum: September 2015 bis Mai 2016

Berichterstattungsshow: 28.05.2016 im Richtfunkturm Bremerhaven

Matinee "Nachschlag": 29.5.2016 im Richtfunkturm Bremerhaven

www.gaertnerpflichten.org

Presse

"Dann sitzen alle weit über sämtlichen Hafenmauern, im Rondell des Turmes, in mehr als 100 Metern Höhe.

Richtig, die Macher verstehen sich ja als eine „Crew für Klarsicht“, und ihre Kunst besteht in einer nicht nur metaphorisch gemeinten „Aussichtsverschaffungsmaßnahme“. Stadt, Land, Fluss, alles prächtig im Blick. Kontemplatives Sinnieren erwünscht. „Bürger, schaut auf diese Stadt“, predigt Behnecke im Hintergrund, und tatsächlich mag man seinen Visionen von hochgeklappten Brücken (als Autokinos!) und neu geschaffenen Unterhaltungsformen gedanklich gerne ­folgen.

Hier oben spielt sich nun eine Talkshow der experimentell-kuscheligen Art ab. Zehn Gäste werden auf ein rollendes Sofa gebeten, man plaudert in losen Schleifen über das Leben in der Stadt, wirft Schlaglichter mal hierhin, mal dorthin. Über die Zubereitung von Grütze mit Vanillesoße erfährt man etwas, eine andere Bewohnerin klagt über die Abgase der Kreuzfahrtdampfer. Kunstcharakter bekommt dieses gesprächige Beisammensein durch eingestreute Songs mit Manuela Weichenrieder und Willie Kimbrough. Mach mal langsam ist dessen ­Botschaft.


Als am Ende alle ziemlich happy und wieder unten sind, herrscht Einigkeit in der Reisegruppe: Mit solchen Projekten werde abseits von kommerziellem Stadt-Marketing nichts weniger geleistet, als ein rundum positives Kennenlernen von Land und Leuten. Auch die Sandwiches haben geschmeckt."

Weser Kurier

Phase 1: Zufallsbekanntschaften & Aussichtsverschaffungsmaßnahmen

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Phase 2: Teilansichten & Weitere Aussichten

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Phase 3: Berichterstattungshow & Nachschlag

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Die Berichterstattungsshow

Zitatereicher Rückblick

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