Geister - Was machen die Toten? | Figurenschauspiel

Ein Abstecher ins Unerklärliche mit Puppen, Menschen & Musik

Wir alle treten irgendwann unsere letzte Reise an. Aber wo geht die denn eigentlich hin? Was erwartet uns nach dem Leben? Diesbezüglich schwebt die Menschheit in einem Kosmos schier uferloser Vorstellungen, Konzepte und Hoffnungen: Himmel oder Hölle, Seelenwanderung oder Spukgespenst, verehrt oder vergessen, Nirvana oder einfach nur das große Nichts?

Und wie und wo immer wir dann auch sein mögen - was machen die Toten eigentlich so, die ganze Ewigkeit lang?

Aber fragen wir sie doch einfach selbst! Verankert in einer höchst rätselhaften Zwischenwelt, schweben die Verblichenen in einer Art Transitbereich vom Hüben zum Drüben, sozusagen im letzten Gasthaus vor der Ewigkeit, mehr oder weniger bereit für eine Kontaktaufnahme. Bewirtet, gepflegt, belauscht und verstanden von einer undurchsichtigen wie alterslosen Gastgeberin und besungen von einem sonst eher wortkargen Eckenhocker, tragen all diese Geister ihre Geschichten und Erinnerungen aus dem Diesseits sowie große Erwartungen an das Jenseits in sich und nach außen. Manche krachend traurig, andere zum Heulen lustig, einige stinkend erlogen und alle unbedingt wert, noch einmal gehört, gesehen, gefühlt und gefeiert zu werden. Nach und nach verweben sich die Fragmente aus eindrücklichen Bildern, Texten und musikalischen Einwürfen schließlich in eine spekulative Saga über Leben und Tod und das große Danach, in der ein Wildschwein, ein Hund und ein Kind nicht unwesentliche Rollen spielen.

Regie: Esther Steinbrecher

Buch: Claudia Engel, Esther Steinbrecher

Musikalische Leitung & Kompositionen: Hannes Schindler

Figurenbau, Bühne & Kostüme: Claudia Engel

Dramaturgie: Janne Weirup

Choreografisches Coaching: Astrid Endruweit

Produktion: flunker produktionen

Uraufführung: 24.10.2019 im Westflügel Leipzig

Presse

"Da hängen sie, die Totgeweihten, ein zunächst noch lebloses Arrangement von vielen fantasievollen Wesen mehr oder weniger vollständig erhaltenen Zustands - der Übergang ins Jenseits gelingt ja nicht immer, wie wir wissen, im anatomisch korrekten Zustand. (…) Sie werden von der Puppenspielerin Claudia Engel, die sich auch als glänzende Schauspielerin beweist, je nach Bedarf ins Spiel herabgelassen und einbezogen. (...)

Ein surreales Vexierspiel entsteht da, und von Zeit zu Zeit mischt sich auch der multiinstrumentale Typ aus der Ecke mit seinen Songs zu Gitarre, Mandoline, Geige, Drums und Rauchmaschine ein. Der Totentanz kriegt allmählich Drive, und so manche der abstrusen Einzelteile fügen sich zu einem ganz neuen Bild zusammen. Inhaltlich betrachtet im Kopf der Zuschauer, aber auch vor unseren Augen. (...) Wie das so ist im Surrealen: Auf dem festgefügten Boden irgendeiner Wahrheit bewegt man sich da ja nicht gerade. Das tun die Puppenspielerin Claudia Engel und ihr ebenfalls glänzend an den Strippen ziehender musikalischer Begleiter Hannes Schindler aber mit sehr viel Spielfreude. (...)

Bei allem Gruselspaß hat der Abend auch Fallhöhe."

MDR Kultur

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